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arbeits-frei

von Ursula Narath

Der letzte Eintrag rankte sich um Burnout, da kann ich nicht umhin zu fragen, wie es wohl um die andere Hälfte der Welt bestellt ist. Die 50 jährigen, die am Jobmarkt mitleidig angeschaut werden, wenn sie Arbeit suchen. Frauen, die aufgrund der Versorgungspflicht nur zu bestimmten Zeiten arbeiten können, also oft gar nicht.

Junge Menschen, die die Arbeitsbedingungen so erleben, dass kein Platz mehr für Freunde und das Familienleben bleibt, sodass Arbeit negativ konnotiert ist, die sich als Konsequenz der Berufswelt verweigern, usw.

Es gibt viele Gründe nicht zu arbeiten, nicht arbeiten zu können oder zu dürfen oder auch nicht zu wollen.

Im österreichischen System war lange Jahre der Gemeinschaftssinn System. In Zeiten der fast bestehenden Vollbeschäftigung: keine besondere Sache. Und heute?

Lohnarbeit wird zu einem hohen Maße als überfordernd erlebt, dominiert das Leben, bietet nur noch eingeschränkt einen sozialen Raum, in dem man sich wohl fühlt, ist geprägt von stetem Wechsel. Keine Lohnarbeit degradiert einen zum Bittsteller, grenzt aus, ist anrüchig und erschwert Entwicklung.

Die Folgen der Nichtbeschäftigung haben sich nur wenig geändert seit der Studie von M. Jahoda "Die Arbeitslosen von Marienthal".

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