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Die Werkstatt der Psychoanalytikerin

von Ursula Narath

zentrale Inhalte

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Nur kurz zur aktuellen Lockdown Situation: Es besteht neben persönlichen Sitzungen weiterhin die Möglichkeit, die gemeinsame Arbeit mittels Onlinetherapie fortzuführen.

Zuletzt fanden Sie an der Stelle verschiedene Beiträge zum Thema Arbeit:
Arbeit, die dem Gelderwerb dient, oder Arbeit im Sinne der Selbstverwirklichung, die Arbeit der Mütter, die Bedeutungsveränderung von Arbeit bei der jungen Generation usw. Konsequent weiter gedacht stellt sich die Frage auch nach der Arbeit der Psycho-analytikerin.
Ist Zuhören, Kommentieren, Fragen, Interpretieren überhaupt Arbeit?
Manche stellen es sich schwierig vor und möchten "keine Therapeutin" sein, wie sie sagen.
Vielleicht entstehen hier Miniaturen zum therapeutischen Denken und Handeln.
 
Manche PatientInnen/Klienten fragen sich angesichts der Couch im Raum: Soll ich mich jetzt hinlegen? Manche scheint diese Vorstellung zu erschrecken, andere würden nichts lieber als sich sofort auf die Couch werfen.
Was macht das Liegen im therapeutischen Raum mit uns, was das Sitzen? Würde Therapie im Hocken schnellere Lösungen hervorbringen, angesichts der Tatsache, dass die Beine zu schmerzen beginnen? Was denkt sich im Liegen anders als im Sitzen, Hocken oder Stehen, oder vor dem Bildschirm, so wie jetzt, in Zeiten der Pandemie. Womöglich spielt die körperliche Haltung auch eine Rolle dabei, wie wir denken, wie weit wir uns vom Eingangsproblem gedanklich entfernen bzw. fokussiert bleiben. Wenn Sie mit einem beruflichen Thema in die Beratung kommen, mag es vorrangig sein, eine pragmatische Lösung zu suchen, wenn Sie allerdings Ihrer Arbeit überdrüssig sind und Ideen für eine Neuorientierung wälzen, geht die gedankliche Reise durchaus auch in andere Bereiche: Was wünsche ich mir und was darf ich mir wünschen? Was erwartet meine Famlie von mir? Wo fühle ich mich unsicher?
Diesen Fragen nähere ich mich im Liegen anders an als im Sitzen oder hinter dem Bildschirm.

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