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Neues Psychotherapiegesetz

von Ursula Narath

So geht Demokratie nicht!

Das Gesundheitsministerium - in Form eines ranghohen Beamten - hat unter der Mitarbeit einiger Berater (!) - ein neues PsychotherapeutInnen-Gesetz ausgearbeitet, dass zu enormer Unruhe unter den PraktikerInnen führt.
Besonders sticht hervor, dass bisher keinerlei Einbeziehung der dzt Ausbildungsvereine vorgesehen war, obwohl sie es sind, die seit Jahrzehnten stetig an der Weiterentwicklung therapeutischer Ansätze arbeiten, kaum Forschungsgelder erhalten und die Fortbildungsangebote erstellen. Auch scheint im Entwurf keine Verbesserung für PatientInnen beabsichtigt zu sein.
Es ist bestürzend, dass, obwohl es um die psychische Gesundheite aller in Österreich wohnhaften Versicherten geht, die Kultur der lebendigen Demokratie mit Füßen getreten wird. Es gibt zwar ein gut funktionierendes System von Gesetzesvorhaben/ Begutachtungsgepflogenheiten unter Einbeziehung der befassten Personengruppen. Nur, was nützt das alles, wenn dieser usus ausgehebelt wird?
Und da geht es bloß um das "Wie".
Die Neuerungen sind haarsträubend, z.B. die Altersgrenze wird herabgedrückt und der Entwurf enthält theoretische Passagen, die praktisch dazu führen werden, dass nach Verabschiedung dieses Gesetzes in ca 10 Jahren die Zahl der AbsolventInnen extrem reduziert sein wird. Wir werden einen Versorgungsengpass haben, wie wir ihn heute schon von der Pflege her kennen.
Wer will das?

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