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Neujahrwünsche

von Ursula Narath

Jahreswechsel 2020/2021

Im Dezember 2020 werden die OptimistInnen auf eine harte Probe gestellt und, der Ausspruch Österreich sei eine "Insel der Seligen" mag immer hart an der Grenze zur Ironie gelegen sein, Ende 2020 sind wir so weit davon entfernt wie lange nicht.

Es ist amtlich, dass Arbeit und Familie schlechter denn je vereinbar sind, die Arbeitslosenquote liegt bei 9,5 % (November 2020), der unerquickliche Arbeitslosen-Algorithmus tritt in Kraft und ab 49 Jahren ist man am Arbeitsmarkt fast unvermittelbar, wobei der Pensionsantritt laufend nach oben korrigiert wird. Gehälter und Pensionen steigen bei weiten nicht so rasant wie Wohn- und Lebenserhaltungskosten, halb Österreich kauft im nahezu kafkaesken Onlinehandel ("Windeln bei der Arbeit um keine Pause machen zu müssen") und sägt damit am eigenen Ast.

Das verstehe wer wolle und wird Psychologin.

Welche Erklärungsmodelle gibt es dafür?

Schon beim Waldheim-Wahlkampf vor bald 40 Jahren war das "Jetzt erst recht!", die politische Bodenerosion. Man könnte es mit kindlichem Trotzverhalten vergleichen, einem erwachenden Ich also. Ein zartes Ich, das erst Stärke in Haltungen finden muss.

Wenn sich politischer Trotz durchsetzt und die "Goldene Regel" der Gerechtigkeit über Bord geschmissen wird, sind fromme Wünsche zum Jahreswechsel zu wenig.

Ich wünsche Ihnen und uns miteinander mehr Verantwortungsgefühl für 2021!

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